Über mich
9. Dezember 2006
Hamoun Kamai
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Mein Name ist Hamoun Kamai, ich lebe in Pforzheim. Geboren wurde ich im Jahr 1985 in Teheran/Iran und kam als Kind mit meiner Familie nach Deutschland. Heute bin ich deutscher Staatsbürger. Seit einem unverschuldeten Autounfall im Jahr 2004 bin ich Tetraplegiker, d.h. vom Hals an abwärts gelähmt. In 2006 habe ich die Stand Up Initiative gegründet und bin Geschäftsführer der Stand Up gemeinnützige GmbH. Mit Stand Up setze ich mich für die Belange Querschnittgelähmter ein und versorge sie mit Hilfsmitteln für den Alltag. Vor allem aber will ich die medizinische Forschung unterstützen. Denn wäre mehr Geld vorhanden, wären aussichtsreiche Forschungen schon sehr viel weiter. Und zumindest neue Querschnittlähmungen könnten verhindert werden.
Warum habe ich Stand Up gegründet? Wie kam ich auf die Idee?
Wenn man nach einem schweren Unfall aus dem Koma erwacht und feststellt, dass man offenbar überlebt hat, dass aber nichts, aber auch gar nichts geht, dann … Du brauchst Tage, bis du realisierst, dass du wirklich nur den Kopf bewegen kannst. In meinem Kopf ist alles wie immer. Aber sonst geht nichts mehr. Du brauchst viele weitere Tage, bis du realisierst, dass sich dein Zustand offenbar hartnäckig weigert, sich zu ändern. Du sackst noch tiefer in das schwarze Loch. Man arbeitet mit dir. Physiotherapeuten, Psychologen, Freunde, Familie, alle sind sie da. Du wünschst sie zum Teufel. Aber sie lassen nicht locker. Und irgendwann merkst du es selbst: Hey, ich bin ja noch da. Ich kann mich nicht bewegen, aber ich bin noch da. Also Hamoun, verdammt noch mal, reiß dich zusammen. Das ist dein Leben. Mach was draus.
Dann kommst du aus der geschützten Atmosphäre des Krankenhauses nach Hause.
Endlich. Alles wird gut.
Alles wird gut? Nix wird gut. Alles wird schlimmer. Anstrengender. Deprimierender. Die Leute um dich rum sind hilflos, haben Berührungsängste, wissen weder, was sie tun, noch was sie sagen sollen. Wie begrüßt man einen, der einem noch nicht mal die Hand geben kann? Am besten gar nicht…
Sie können sich nicht vorstellen, wie das ist, sich gar nicht bewegen zu können? Setzen Sie sich auf einen Stuhl und löschen Sie im Geist Ihren Körper aus. Bewegen Sie nichts. Nur Ihren Kopf. Rufen Sie für jeden Handgriff um fremde Hilfe. Sie haben Durst? Es ist gerade niemand da. Verkneifen Sie sich den Gedanken an ein Glas Wasser. Ihre Nase juckt? Bitten Sie Ihr Gegenüber, Sie zu kratzen. Extrem? Ja. Querschnittgelähmte haben große Einbußen im täglichen Leben, schwierige oder keine Partnerschaften und oft auch keine Möglichkeit, einen Beruf auszuüben. Am schlimmsten aber ist die fehlende Vision, dass sich irgendetwas ändert: Ich werde mich nie wieder bewegen können. Irgendwann hat mich genau dieser Gedanke erreicht: Nie wieder. Das war der Impuls für die Gründung von Stand Up.
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Meine Vision – ich kann etwas bewegen
Ich habe diese Vision. Es wird sich etwas ändern. Ich glaube daran und kämpfe dafür. Ich werde etwas bewegen. Für Menschen, die behindert sind wie ich. Vielleicht bewege ich sogar irgendwann wieder meine Arme oder meine Beine. Ich bin überzeugt, dass ich mit meiner Initiative viel bewirken kann. Daraus schöpfe ich meine Kraft. Es ist mein Ziel, mit Stand Up allen Querschnittgelähmten neue Hoffnung zu geben. Die Hoffnung auf mehr Freiheit, Selbstständigkeit und Lebensqualität.
With a little help from my friends
Ich bin dankbar für die Energie, die mir mein Engagement für Stand Up bringt. Und ich bin dankbar für meine Freunde. Ohne sie wäre alles nichts, ohne sie ging das alles auch gar nicht. Und ich bin dankbar für Hamburger und Pizza. Ohne Fastfood könnte ich wirklich nicht leben. Und das will ich. Am liebsten in San Francisco. Auch davon träume ich.

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